Veloferien in der Toskana – auf der Suche nach dem perfekten Espresso

Rund um Massa Marittima lässt sich Rennradfahren auf eine sehr unaufgeregte Art erleben. Ruhige, asphaltierte Strassen ziehen sich durch Hügel, kleine Dörfer und Weinberge. Der Verkehr bleibt meist im Hintergrund, der Rhythmus stellt sich schnell ein. Und fast jede Runde bietet Gelegenheit für einen kurzen Halt an der Bar.

Drei Rennradtouren ab Massa Marittima (und Umgebung), drei unterschiedlichen Strecken, drei Espresso-Stopps.

Drei Rennradtouren für Veloferien ab Massa Marittima

Tour 1: Massa Marittima – Lago dell’Accesa – Tatti

ca. 65 km / rund 950-1000 hm

Die Runde beginnt in Massa Marittima und führt zunächst aus dem Ort hinaus Richtung Lago dell’Accesa. Nach wenigen Kilometern wird es ruhiger, der Verkehr nimmt ab und die Landschaft öffnet sich.

Die Strasse verläuft leicht abfallend und später wellig. Typisch für die südliche Maremma: lange, offene Abschnitte, weite Blicke und ein gleichmässiger Rhythmus.

Nach rund 15–20 Kilometern erreicht man den Lago dell’Accesa. Der See liegt ruhig zwischen Hügeln, das Wasser ist auffallend klar. Besonders am Morgen wirkt die Umgebung fast still. Im Sommer nutzen Einheimische den See zum Baden, für Rennradfahrer ist er meist ein kurzer Orientierungspunkt oder ein Platz für eine kleine Pause.

📌 Gut zu wissen

Der Lago dell’Accesa ist mehr als nur ein schöner See am Ende der Runde. Schon zur Zeit der Etrusker war die Gegend besiedelt – Funde aus dieser Epoche sind heute unter anderem im archäologischen Museum von Massa Marittima zu sehen.

Auch der Anstieg nach Tatti gehört zu den klassischsten Rennradpassagen der Gegend: lang, gleichmässig und gut zu fahren. Oben liegt das kleine mittelalterliche Dorf. Beim „Il Barrino“ gibt es Wasser und Espresso – dazu einen weiten Blick über die toskanische Hügellandschaft.

Tour 2: Massa – Suvereto – Monterotondo Marittimo

ca. 72 km / rund 1’100 hm

Die Runde startet in Massa Marittima, vorbei am Dom San Cerbone und hinaus aus dem Ort. Schon nach wenigen Kilometern wird es offener. Die Strasse führt durch typische Hügellandschaft der Colline Metallifere.

Nach rund 23 Kilometern erreicht man Monterotondo Marittimo. Das Dorf liegt erhöht und bietet einen weiten Blick ins Tal. Der Dorfplatz ist klein, es gibt eine Bar für einen Espresso oder Wasser.

Die Gegend rund um Monterotondo ist geprägt von geothermischer Aktivität (Lago Boracifero). In der Umgebung finden sich natürliche Dampfaustritte und Schwefelgeruch in der Luft – ein Teil der Landschaft hier.

Von Monterotondo führt die Strecke weiter Richtung Suvereto und durch den Bereich des Parco di Montioni.

📌 Gut zu wissen

Suvereto zählt zu den schönsten mittelalterlichen Dörfern der südlichen Toskana. Die engen Gassen, die Stadtmauer und die kleine Piazza im historischen Zentrum machen den Ort zu einem perfekten Zwischenstopp. Wer Zeit hat, sollte das Rad kurz abstellen und ein paar Schritte durch das Dorf machen – Suvereto ist offiziell als Borgo più bello d’Italia ausgezeichnet.

Die Region Suvereto ist unter anderem für Sangiovese- und Cabernet- Rebsorten bekannt.

Tour 3: Puntone – Tirli

ca. 59 km / 680 hm

Die Runde beginnt in Massa Marittima, vorbei am Dom San Cerbone und hinaus Richtung Süden. Die Strasse fällt zunächst leicht ab, bevor sie wellig durch die Landschaft der Maremma führt.

Ein früher Abschnitt führt über die Strada di Grilli. Die Gegend ist ländlich, wenig befahren und offen. Kleine Häuser, Felder, weite Blicke. Es ist einer dieser Abschnitte, die ruhig dahinlaufen.

Der Anstieg nach Tirli ist in der Region fast schon legendär – nicht extrem steil, aber konstant und fordernd. Oben angekommen fühlt sich das Dorf wie ein natürlicher Treffpunkt für Biker an. Der Espresso in Tirli gehört für viele einfach dazu, egal ob mit Rennrad oder Mountainbike.

📌 Gut zu wissen

Historisch war Tirli eng mit der Landwirtschaft und dem Bergbau rund um Gavorrano verbunden. Heute ist es vor allem die Lage, die beeindruckt: Von hier öffnet sich der Blick Richtung Küste, auf Follonica und das Tyrrhenische Meer.

Nach Tirli führt die Strecke hinunter Richtung Golf von Follonica. Mit zunehmender Nähe zur Küste wird das Gelände flacher und offener. Wind vom Meer kann den Abschnitt spürbar beeinflussen.

Kurz gesagt

Diese Strecken funktionieren dank ihres Verlaufs: ruhige Strassen, übersichtliche Anstiege und klare Linien.
Wer hier fährt, fährt nicht von Punkt zu Punkt – sondern durch die Landschaft. Der Weg ist Teil der Tour.

Radfahren Toskana Massa Marittima

Espresso unterwegs

📌 Espresso: In Italien gehört der kurze Halt an der Bar einfach dazu. Ein Espresso wird meist im Stehen getrunken – schnell, schwarz, mit oder ohne Zucker, ohne Rahm.
Caffè macchiato ist ein Espresso mit einem kleinen Schluck warmer Milch.
Cappuccino hingegen gilt als Getränk für den Morgen. Nach dem Mittagessen bestellt man ihn eher nicht. Wer sich daran hält, fällt weniger auf. Wer es trotzdem tut, bekommt ihn meistens trotzdem 😊.

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